Ni hao Beijing
31.Juli.2008
oder: Ich bin dann mal da

So, endlich der erste Eintrag im Olympia-Blog.
Etwas wacher bin ich ja mittlerweile. Nach 9h Dauerbrüllen im Flieger von München nach Peking. Also, nicht ich. Sondern das Kleinkind ca. 20 Reihen vor mir. Dazu das Dauergequatsche der Österreicherin hinter mir, Danke, ich war bedient.
Und das „Inflight-Seat-Entertainment-System“ im Airbus hat auch nicht funktioniert. Also war „Asterix bei den Olympischen Spiele“ in Englisch wohl nur halb so lustig, als wenn er synchronisiert worden wäre.
Wäre ist auch ein schönes Stichwort. Wäre ich doch mal nicht so früh zum Flughafen gefahren. Köln-Bonn, ca.
14 Uhr. Wegen des Streiks wollte ich ja rechtzeitig da sein. Und was sagt mir der nette junge Mann beim Checkin: „Das geht jetzt noch nicht, kommen Sie um 15:30 Uhr wieder.“ Gesagt, getan - Sonnenbad am Flughafen. Wieder hin. Seine Kollegin: „Das geht doch erst ab 16 Uhr.“ Aha?! Hhhmm, probieren wir mal was aus. Elektronischer Checkin. Klappt. Sitzplatzwahl auf beiden Flügen, Tickets ausdrucken, ab zur Gepäckaufgabe. Kein Wort, daß ich ca. 4kg Übergepäck habe. Erinnerungen an Saudi-Arabien wurden wach.
Verspäteter Abflug aus Köln. Mit großen Schritten durch den Münchener Flughafen. Und ich bin im Flieger. Zusammen mit zwei deutschen Olympia-Mannschaften. Und der besagten, nervenden Österreicherin.
Ankunft in Peking. Was für ein Flughafen wurde da gebaut. Pass- und Visumskontrolle. Und mir dünkt, in unseren Akkreditierungen ist RFID drin. Oder warum werde ich plötzlich aus der Schlange raus geholt, und an einen anderen Schalter gebracht?
Beim Koffer suchen auf dem Band erweist sich der grüne Kofferanhänger und der große, grüne Aufkleber mit der Hotelanschrift als nützlich, denn das sehe ich schon von weitem. Juchuuu, mein Koffer ist mir gefolgt.
Und dann suchen Thierry (Chief Video auf OB37) und ich unseren Shuttle-Bus. Mit meinen immensen Chinesich-Kenntnissen spreche ich einen an, der so aussieht, als ob er Ahnung hätte. Dieser führt uns, nach einem Drogentest der Sichherheitsbeamten, wieder ins Gebäude. Die nächste Tür wieder raus. Und sucht mit uns den Bus. Den wir auch finden. Nur: der Fahrer hat irgendwie keine richtige Ahnung, wo unser Hotel ist. So sitzen wir zu Zweit im Bus, er fährt mit uns über Expressways, wo er auch schon mal den Rückwärtsgang einlegt, weil er eine Ausfahrt verpasst hat. Und dann entdecke ich linkerhand das „Conference Center“. Na, jetzt kann es ja nicht mehr lang dauern. Nur: keiner weiß, in welchem der beiden Hotels wir sind. Also krame ich nochmal in all meinen Unterlagen, und werde fündig. Das Kleingedruckte eben.
Das Wetter ist hier drückend, mehr als schwül. Und diesig. Was aber eher an dem Regentag liegt, als am Smog, den alle vorhergesagt haben. Davon ist nichts zu merken. Doch wir sind Nass.
Ankunft, Einchecken, Koffer auspacken, duschen, eine Runde aufs Ohr hauen, einkaufen gehen. Chinesisches Geld sieht lustig aus.
Verwunderung am ersten Tag:
Die Proportionen von Chinesen. Im Schrank ist selbst für mich die Kleiderstange ganz schön weit oben. Was hängen die da rein? Und die Badelatschen, naja, ich hänge hinten mit meinen Füßen ganz schön weit raus.
Und 60 Fernsehprogramme kann ich sehen - alle auf Chinesisch. Das kann ja heiter werden.
Ach ja: Das „Sich Unterhalten“ mit chinesichen Volunteers, die nicht wissen, wo die Niederlande sind, Deutschland, und so gut wie kein Englisch sprechen, ist ganz schön anstrengend. Ich denke, ich habe nur die Hälfte verstanden, von dem, was Unsere im Bus uns mitteilen wollte.
In diesem Sinne: ich bin dann mal da.
Und die ersten Fotos auch. Und ich mach mir jetzt einen original chinesichen Grünen Tee. Und schau weiter auf CCTV3 eine Pre-Olympia-Show.
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