Nur ein paar Stunden später
09.August.2008
Da haben wir es geschafft. Alfacam hat die Eröffnungsfeier gestemmt. Und dann hieß es, noch voll im Adrenalin-Schub, um 2 Uhr nur noch „Ab ins Bett, und Augen zu.“ Denn auf meinem eigentlichen Compound mußte ich um 6 Uhr sein, um die letzten Sachen zu fixen.

Dann schnell die Tests mit IBC und CDT, und schon ging´s los. Opener, und ab mit dem Ton beim Bogenschießen. Währenddessen waren OB34 und OB35 noch mit ihren Proben beschäftigt.
Es ist unerträglich hier. Morgens um 6 Uhr haben wir 27°C, 50% Luftfeuchte, und die Sicht ist keine 300m. Selbst meinen LAWO-Stageboxen wird es zu heiß. Also, Lüfter an die Rückseite stellen. Und hoffen, daß der Alarm mal aus geht. Es ist eben zu nass hier. Was man vor allem merkt, wenn man aus dem Ü-Wagen tritt. Innendrin haben wir es schon auf 24°C gestellt, doch die Klimaanlage zieht zum Glück auch die Feuchte aus dem Wagen. Macht man die Tür auf, und geht raus, empfängt einen sofort die Hitze, und man schwitzt sofort. Die Hosen kleben am Körper. Und meine ist mir sowieso viel zu weit, weil ich ja kg verloren habe. Mann, ist das ein dicker Hintern von mir.
Und dann hauen die Koreaner noch rein: „Do you know, that you look like Kurt Russell?“ OK, wem soll ich denn sonst noch alles ähnlich sehen? Wie wäre es, wenn ich einfach mal nach mir aussehe? Und vor allem: für wen von uns Beiden ist das mehr eine Beleidigung?
Die Kollegen vom tpc, dem Schweizer Fernsehen, tun mir leid. Eigentlich sollten sie auf unserem Compund nur Backup sein, bevor sie zum Mountainbike umsetzen. Doch da hier alles etwas aus dem Rude läuft, sind sie damit beschäftigt, alle möglichen Kabel herzustellen, Stecker aufzulöten, Kabel zu konfektionieren. Und das alles in der prallen Dunstsonne.
18 Uhr, Feierabend für heute. Kann mir mal Jemand erklären, warum unser Bus immer ganz hinten auf dem Parkplatz steht, anstatt einen der freien Plätze weiter vorne zu belegen? das wird auch ein ewiges Rätsel bleiben, wie, warum ich mit dem TOC auf unserem Compound einwandfreie Pegel habe, zum IBC aber nicht, und ich dann nachschieben darf.
Oder: warum kommt mein Radioton beim CCR (Commentator Control Room) so eigenartig an? Zum Glück kenne ich Stefan von Triofilm her, so daß eine schnell Kommunikation auf Deutsch möglich ist. Macht die Sache wesentlich einfacher, und wenn ich meine Kabel und Adapter nicht zurück bekomme, weiß ich ja, wo ich sie mir abholen kann.
Vielleicht wäre eine Vierdraht zu ihm auch nicht schlecht, so muß er nicht immer Tobi schicken, mit dem Walkie in der Hand. Weil: zwischen uns liegen ein paar 100m. Und jeder Schritt ist hier echt eine Qual. Nicht nur wettertechnisch, sondern auch so rein wegtechnisch. Hinten raus, links abbiegen, zweite Querstraße rechts, rechts rum, über die Kabel, und dann noch mal scharf links. Oder so ähnlich.
Ach ja, noch ein Rätsel: warum sind Keuzschienen so umständlich programmiert? Thierry und ich haben heute eine Dreiviertelstunde gebraucht, um so ein paar Ungereimtheiten zu beseitigen. Irgendwann hat es geklappt, und man hat uns die Freude darüber angesehen, und -gehört.
Jetzt nur noch duschen, und hinlegen. Weiter lesen. Denn ab morgen beginnen auch für die Spiele so richtig. Aber vorher noch die Sachen klären, von wegen MP3-Klingel, und Maigrün, das in Küchen sich zu einem SchwarzwaldtannengrünInDunklerHerbstnacht entwickeln kann. Und dann mit Orange überstrichen wird.
Und diese Olympischen Spiele haben noch nicht richtig angefangen, da mache ich mir schon Gedanken um 2010 in Vancouver. So, von wegen Aprés-Ski, und so.
Nun denn, ich verschwinde jetzt mal aus der dicken Hose, weil, in meiner Größe ist nichts mehr da, auch kein L-Shirt mehr. Was soll´s, Kurt Russell würde es auch nicht passen, dann brauche ich das auch nicht. Auch, wenn es besser an mir aussehen würde.
A propos Besser: eins können die Chinesen noch nicht kopieren: das Kölsch. Und das ist auch gut so. So nimmt man hier zum Abschluß eine Tages eine Mischung aus Hansa-Export und Budweiser. Schmeckt nicht so dolle, macht aber den Eindruck von Feierabend. Aber bald ist der 25. Und das Erste, was ich mir am Bahnhof kaufen werde: ein Reissdorfer. Also, mit Schnellkaffee und keinem Kölsch wird das nix mit der Weltherrschaft.
Und während der Nacht mache ich mir dann mal Gedanken um ÖKÖ-TV.
Also dann: Fotos vom Klassentreffen hier
|