Na wunderbar
20.August.2008
oder: noch 108 Stunden bis zum Takeoff

So langsam zieht es sich wie Kaugummi hier. Ich nehm mal kurz eine Auszeit vom Drehbuch lesen, und schreibe so zwei, drei Sätze hier rein.
Viel passiert ist in den letzten Tagen nicht. Thierry konfiguriert sich einen Wolf, jeden Tag wollen die Leute, die die EVS (einen Harddiskrecorder, der u.a. Zeitlupen und Wiederholungen liefert) bedienen, woanders sitzen, eine andere Konfiguration der Ein- und Ausgänge. Im Ton ist es zum Glück ruhig. Sagt mir mal schnell, auf welche Multis ihr jetzt was gesteckt habt, damit ich mein Mischpult basteln kann. Passt auf Anhieb (fast) alles. Man sollte auch schon mal zwischen „Zwei“ und „Drei“ unterscheiden können, Herr Probst. So habe ich auch dann die drahtlosen Mikrofone, die an den Hindernissen fürs Springen beim Modernen Fünfkampf befestigt sind. Passt doch. Und Dank an die chinesischen Techniker, die mitgedacht haben. Sie haben sofort alle Mikros runter gerissen, als der Sand gewässert wurde, damit es nicht so staubt.
Ansonsten fühlen wir uns fast wohl, im jetzigen Compund. OK, daß wir nicht mehr an die Cappuccino-Maschine dürfen, ist nicht ganz so schön. Aber nun gut. Gibt ja Kaffee in der „Kantine“. Als Ausgleich fürs Essen, quasi. Bin ich jetzt im Land des Tofu, oder nicht? Wobei: mit den Nudeln, dem Thunfisch, den Kartoffeln, mache ich wohl nicht viel verkehrt. Meine Kollegen lassen die Hälfte vom Fleisch immer auf dem Teller.
Viel Alberei, viel Musik, und gute Stimmung, auch wenn wir mittlerweile alle nach Hause wollen. Und die Stunden bis zur Abschlußveranstaltung, zum Erlöschen der Flamme zählen, und zum Start unseres Fliegers.
Vorher stehen noch zwei kurze Produktionstage beim Fünfkampf an, Umbau zur Closing, und dann Abbau.
Vorher noch irgendwie mindestens der Sommerpalast. Und ich bin dankbar um unsere chinesische Crew hier. Nette Leute, wir tauschen uns gegenseitig über jeweils Land und Leute aus, aus dem wir kommen. Das sind sehr nette Kontakte, die sich hier ergeben.
Auch, wenn ich dabei erfahren muß, daß Franziska etwas geschummelt hat. Denn der Kaiser ist nicht zu Fuß, morgens um 6 Uhr, von seinen Privatgemächern zum „Tor der Himmlischen Reinheit“ gegangen, um die Neuigkeiten aus seinem Reich zu empfangen, sondern wurde in einer Sänfte getragen. Ich vertraue den Chinesen da jetzt mal mehr, die müssen es ja wissen.
Ach ja, der „Tempel des Lama“ steht auch noch auf dem Programm. Irgendwie muß ich das noch unterbekommen. Ansonsten muß ich meine Drohung wahr machen, und nächstes Jahr tatsächlich von Thailand über Hongkong noch mal hierhin kommen.
Aber morgen früh mach ich mir beim Frühstück zuallererst mal Gedanken, warum vom IBC kein Surround-Ton zu uns angeliefert werden kann. Die wollen uns nur Zweikanal-Stereo als Zusammenfassung vom Schwimmen liefern, sodaß ich einen Surround-Mix faken müßte.
In dem Zusammenhang auch zu erwähnen: man lernt immer wieder was Neues. Ich habe mich die letzten Tage gewundert, warum der Ton so viel schneller ist, als Video. 28msec im Testsignal. Bis wir mal rausgefunden haben, daß es im DeEmbedder noch eine hübsche Einstellung gibt. Und schon kann das Delay im Mischpult ausbleiben.
Auf der Rückfahrt vom Compound heute konnte ich mal richtig aus der Nähe sehen, wie ein Lastentaxi aussehen kann. Der arme Kerl. Ich denke, der weiß abends, was er getan hat.
Also, nur ein paar nicht so wichtige Fotos, bald wieder mehr. Und wir sehen und hören uns beim Fünfkampf, und am Sonntag. Spätestens.
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