Letzte Seite von Nigeria

oder: a long way to go

Eine Seite bin ich ja noch schuldig, nämlich das Ende dieser Dienstreise. Endlich wieder zuhause, mit fließend Wasser und Strom, 24 Stunden lang, 365 Tage im Jahr. Denn deswegen war es jetzt doch verdammt lang ruhig. Ohne Strom geht auch dem MacBook Pro irgendwann mal die Batterie aus, und Internet geht dann schon mal gar nicht.

So haben wir es also geschafft, hinter uns gebracht, den FIFA-U17-Worldcup 2009 in Nigeria. Wie hatte Robert von SAT.1 am Anfang gefragt "Hast du Lust auf ein Abenteuer?" Nun ja, ich war in Ghana, Marokko, Südafrika, doch diesmal war es wirklich eins.
In den letzten Tagen haben wir uns nur noch über die abendlichen Essen-Rechnungen aufgeregt, selbst ich. Nicht nur, daß die Rechnungen vor dem Essen kamen, sondern auch nie stimmten. Jeden Tag neue Preise. Wohlgemerkt, für´s gleiche wie am Vortag.

Die restlichen Spiele haben wir nur noch gehofft "Bitte ein klares Ergebnis, keine Verlängerung, oder so" Danke, daß die Mannschaften das eingehalten haben. Der Abbau verlief dann in neuer Rekordzeit.
Morgens, 10 Uhr, der Bus kommt, passt nur erst mal nicht durch die Einfahrt. Doch was nicht passt, wird passend gemacht.

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Und so setzt sich der Konvoi, bestehend aus OB35, A39, und unserem Bus in Bewegung Richtung Lagos. Ab ins EKO-Hotel. Soll ja gut sein... ist es auch. Wenn man mal vom Badezimmer absieht, und den.... Stromausfällen. Doch das Frühstück entschädigt dafür. Alles da, was man nach den Wochen vorher sehnlichst vermißt hat. Inklusive frischer Pancakes, mit Ahornsirup.
Doch auch hier: kein Entkommen möglich. So wird die Freizeit am Pool verbracht. Nur das Thema Internet, da müssen wir in Nigeria noch mal drüber reden. Oder der Punkt "Roaming" beim Mobiltelefon. Wieso sehe ich nie eine Nummer, oder mit total obskuren Landesvorwahlen?!

Und dann ist er da, der Tag der Abreise. Koffer endgültig für den Flug gepackt, ab in die Lobby, Checkout. Ja, aber Hallo, die Kollegen der EBU. Wie, ihr habt kein Zimmer?! Ihr sollt in ein anderes Hotel?! Wir reisen mit 7 Personen ab, nehmt doch unsere! Gesagt, organisiert, getan. Na, da hätte ich doch mal glatt die Mini-Bar leeren können... wenn ich den Schlüssel dafür gehabt hätte.

Die italienischen Kollegen von der Grafik erscheinen nicht pünktlich... egal, Abfahrt, Flug LH565 wartet nicht. Und dann ab in den... Feierabendverkehr von Lagos. Lieber Busfahrer, häng dich einfach Stoßstange an Stoßstange mit dem Polizei-Fahrzeug, da passiert dann auch nichts... Notfalls setze ich mich ans Steuer, wenn ich mal auf die Uhr gucke... Nun denn, Benjamin und ich hatten am LH-Schalter Glück, denn der war leer, im Gegensatz zu unseren Kollegen, die über Paris geflogen sind. Und so auch unser Airbus... Platz zum Schlafen. Doch erst mal durchs Boarding... "May I see your Boarding-Pass, please?" "Yo, aber macht hin, ich will nach Haus" "Keine Bange, der Flug geht pünktlich raus" Deutsche Stimmen? Stimmt, die Personen vor mir haben ja eine helle Hautfarbe... und Lanyards der Bundespolizei um. Endlich, nach Wochen von Niderländisch und Englisch, endlich mal wieder Deutsch reden können. Was wir hier gemacht haben (es ist immer wieder schwierig zu erklären, was "International Feed" bedeutet), und da die drei Beamten hier leben, mal etwas mehr über Lagos, Nigeria erfahren, in 20min. Ja, es geht nur über Korruption, doch man hat ja Diplomatenpässe, und -kennzeichen.
An Bord freie Sitzplatzwahl. Start, Reiseflughöhe erreicht, Essen. "Was darf ich Ihnen geben? Chicken, oder Fish?" Danke, nach genügend Chicken nehme ich jetzt den Fisch. Zu trinken? Na, Weißwein dazu. Laß doch gleich die Flasche hier... das hat die Stewardess dann zwar nicht gemacht, doch genügend Gläser da gelassen, und auch noch mal nachgefüllt.

Schlafen, aufwachen, Frühstück, und... Eintreffen in den Berufsverkehr über Frankfurt. Das macht sich auf dem Monitor schon gut, wenn das Flugzeug kurz vor der Landung abdreht, plötzlich kurz vor Nürnberg ist, wieder zurück fliegt, nochmal abdreht, diesmal Richtung Sauerland, um dann doch mal endlich in Frankfurt zu landen.
Da ich ja weiter nach Köln reise, kommt mein Gepäck nicht auf dem Band an, sondern am AIRail-Schalter... also, eigentlich. Denn es kommt nicht an. Verlustmeldung, ICE Richtung Köln, mein Auto in Empfang nehmen, ab nach Hause, duschen, schlafen, auf den Koffer warten.
Abends, 21:10 Uhr, es klingelt, der Koffer ist da. Danke, Lufthansa.

Nun denn, so hat mich jetzt der Alltag wieder. Das war das letzte große Abenteuer in 2009. Oder das erste wirkliche, in all meinen Jahren der Fernseh-Außenübertragung.

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iTunes® lädt gerade Unmengen an Podcasts. Neeee, was ist Internet toll.

Auf ein nächstes Abenteuer Happy

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