Delayed due to heavy snow
26.November.2008
Sonntag abend, Flug LH 1275. Alle wollen nach München. Ein Teil nach Hause, vom Wochenende, ein Teil, weil Montags die Arbeit wieder los geht, und ein Teil (wie ich), weil sie dort umsteigen wollen. Und zwar nach Florenz, weil ich dort die Champions League übertrage.

War es in Sürth noch grau, so wurde es in Wahn dunkel. Der erste Schnee fiel.
Also rein, anschnallen, los geht´s. Nachdem die Tragflächen gegen Vereisung geschützt wurden. Nun ja, das mit dem „los gehen“ erwies sich erst einmal als Warten. „Momentan müssen wir noch ca. 10min. warten, die Vorfeldkontrolle gibt uns nicht frei“ sagte der Kapitän. Nun gut, 10min., dann muß ich in München eben etwas schneller gehen. Kein Thema.
Aus den 10min. wurden 20min. So langsam wird es eng, da mir zum Umsteigen komplett nur 40min. bleiben.
Und dann war er da, der befürchtete Satz. „Leider kann ich Ihnen nicht sagen, wann es weitergeht, der Flughafen ist geschlossen, wegen des starken Schneefalls.“ Autsch!
Zwar werden mir per Kurznachricht Hilfe per Salzstreuer und Glühwein angeboten, nur, bis die da ist, wäre es auch zu spät.
Nachfrage beim Purser wegen der Anschlußflüge. „Kann ich Ihnen leider nicht sagen. Doch die Lufthansa wird alles mögliche tun.“
Telefon zücken, den italienischen Produktionsleiter anrufen, daß es heute später wird (weil er mich am Flughafen abolt). Doch er nimmt nicht ab. Meinen belgischen Kollegen anrufen, so weiß schon mal Einer Bescheid. Und was muß ich hören? Die hängen auch fest. Nochmaliger Anruf bei Luigi. Er geht ran, weiß also jetzt Bescheid.
Das restliche Warten besteht dann aus der Hoffnung, daß Diejenigen, die jetzt tatäschlich noch aussteigen, nicht ihr Gepäck haben wollen. Denn wenn die jetzt anfangen auszuladen.... So ergeben sich nette Gespräche mit meinem Sitznachbarn. Der noch die Sommerreifen in München drauf hat, und keine Ahnung, wie das Wetter dort ist. Also Anruf bei Angie in München, und Weitergabe der Informationen.
Zwei Stunden später werden die Triebwerke angelassen, und es geht nach München. Der Pilot will gar nicht erst auf die normale Reisehöhe, bleibt relativ tief, und vor allem eins: verdammt schnell. Die Triebwerke laufen den gesamten Flug auf ca. 90%. Was sich auch an meinem Beruhigungs-Rotwein bemerkbar macht, denn dieser zieht es lieber vor, aus dem Glas zu hüpfen, statt in mich.
Ankunft in München. Die Maschine nach Florenz ist natürlich weg. Und die freundlichen Leute von Lufthansa bemüht, uns umzubuchen. Nächsten Morgen um 6:10 Uhr geht der nächste Flieger. Klasse, dann bin ich pünktlich zum Aufbau in Florenz. Ebenso besorgt die LH mir ein Hotel, inklusive Abendessen und Transport.
Zwischendurch noch schnell Luigi und Lore Bescheid geben.
Im Hotel angekommen fällt mir was ein: mein Gepäck ist ja noch im Flughafen! Also keine Zahnbürste, keine frische Wäsche. Suuuuper. Zahnbürste bekomme ich zum Glück an der Rezeption.
Vom Essen zurück auf dem Zimmer, noch ein Blick aus dem Fenster. Und: es schneit heftig. Neeeeeeeeiiiiinn! Egal, ab ins Bett, „Kill Bill“ an, und einschlafen.
Nächster Morgen, 5 Uhr, vom Fenster aus kann ich den Flughafen sehen. Und all die Maschinen, die ihn vom Schnee befreien.
Und was soll ich sagen: mit nur 20min. Verspätung geht es nach Florenz, kurz nach 9 Uhr bin ich am Set. Und fange allein an, vorzubereiten, aufzubauen.
Denn die Kollegen aus Belgien hingen richtig fest. Die kamen erst um 13 Uhr an.
Gut, daß das Spiel erst am nächsten Tag ist. Denn wir haben verdammt viel zu tun, da wir Multi- und Unilateral mit zwei Autos machen.
Und wie alles ausging? Sehr gut! Laut Aussage des Kunden haben wir „Meilensteine in der Fernsehgeschichte von SKY Italy“ geschrieben.
Doch das, das ist eine neue Geschichte.
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