Aus die Maus

Das waren sie, die Olympischen Spiele 2008. Die Flamme aus, die Party im IBC war lustig, und gleich geht es in den Bus zum Flughafen. Also Zeit für eine Rückbetrachtung.
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Jobmäßig war alles top. Die Spiele werden mir noch lange in Erinnerung bleiben, meine Sendungen.
Und ich habe nicht nur wieder neue Dinge ausprobieren können, Erfahrungen machen können, sondern auch wieder eine neue Kultur kennenlernen dürfen, Sehenswürdigkeiten sehen können, durfte mich mit netten Chinesen versuchen, mich zu unterhalten, an ihrer Freundlichkeit teilhaben.
Hat China sich aber selber einen Gefallen getan mit den Spielen? Ich denke nicht. Es hat doch an zu vielen Ecken und Enden geklemmt. Behördenwillkür waren wir nicht ausgesetzt. Niemand hat uns auf die Füße getreten, wir konnten überall hin, uns frei bewegen.
Doch rein Organisatorisch war es sehr schwierig, oftmals. Das fing schon mit der Sprache an. Sicherlich, wir sind zu Gast in ihrem Land, und müssen uns den hiesigen Begebenheiten anpassen. Das steht außer Frage. Doch die Spiele sind ein internationales Event, und die Technikteams kommen nun mal nicht aus China. Chinesisch lernt man nicht ganz so schnell. So wäre es schön gewesen, wenn Ansprechpartner an Schlüsselpositionen zumindest einen Grundschatz an Englisch gehabt hätten. Dann wäre es schneller zu verstehen gewesen, daß man eigentlich für nichts zuständig ist, und sich doch an jemand Anders wenden solle, der aber eigentlich auch nicht zuständig ist.
Ebenso in den Restaurants, Taxen. Gerade für die Letzteren wäre es auch sicherlich besser gewesen, denen eine Karte, oder einen Schnellkurs, in der Lage der Wettkampfstätten mitgegeben zu haben. Zur FIFA-WM hatten die Fahrer der KVB doch auch kleine Helfer in gedruckter Form...
Und es wurde ein bißchen zu sehr sich selbst gefeiert, in den Vordergrund gestellt. Klar, China ist von der Bevölkerungszahl her das stärkste Land der Welt, und auch Wirtschaftspolitisch. Die werden uns noch ganz schön das Fürchten lehren.
Das sollte aber kein Grund sein, im chinesischen Staatsfernsehen das Versagen, die Niederlagen, die Tränen, die Verletzungen der anderen Nationen kurz zu zeigen, und die Siege der chinesischen Sportler in voller Länge, aus allen Perspektiven, und in Zeitlupe dann bitte noch einmal. Gut, daß das Weltbild nicht nur von zwei chinesischen Regisseuren gestaltet wurde, sondern zum größten Teil von Finnischen, Dänischen, Schwedischen, Kanadischen.
Ebenso die, zugegebenermaßen optisch eindrucksvollen, Shows im Staatsfernsehen jeden Tag. Damit kann man vielleicht das eigene Volk beeindrucken, ruhig stellen, doch auch das ist nur ein Tuch über viele Unzulänglichkeiten. Weltweit ist es unbedeutend.
Und das ist, so denke ich, auch die größte Gefahr, der sich die Chinesen selber aussetzen. Die wirtschaftliche Macht ist unbestritten, der Erfolg. Doch Erfolg kann einsam machen, und an Brot und Spielen ist bis jetzt jede Nation kaputt gegangen. Ebenso an selbstgewählter Isolation. Alles schön Bunt, aber Substanzlos.

Es wird also Zeit, nach Hause zu kommen. Trotz der Haker hat es Spaß gemacht, und ich nehme viele neue Eindrücke mit nach Hause. Und komme bestimmt noch einmal wieder.

Eine in manchen Dingen für mich komplett andere Dienstreise nähert sich dem Ende.

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