Aus die Maus (Update)
10.Februar.2008
Es ist 22:40 Uhr, hier ist Lagos, hier ist LH565 auf dem Rückweg. Und die letzte Seite des ersten Abenteuers in 2008. Da der erste Eintrag in Lagos statt fand, dachte ich, ich sollte auch den letzten Eintrag in Lagos machen. Aber der Reihe nach.

Kommen wir noch mal zu gestern zurück. Das Spiel war, wie erwartet, einigermaßen schnell. Tore wurden geschossen. und Ghana wurde Dritter. Und wir, Gerd und ich, etwas meschugge. Sehr kurz vor dem Spiel: die Kommentatoren im Süd-Flügel hätten keinen Strom? Hhhmmm, meine Techniker haben mir nichts dergleichen mitgeteilt. Kurzer Funkspruch nach oben, kleine Anfrage. Ergebnis: tatsächlich, kein Strom. Verdammt, wieso weiß ich das nicht. Irgendwie hat mein Techniker das dann noch vor dem Spiel hinbekommen. Und hinterher einen Einlauf von uns bekommen.
Mitten im Spiel: wir würden die Slomos auf die Stadionvidiwall geben. Öhm, nö, tun wir nicht. Ergebnis der Nachforschung: die vom Stadion haben GhanaTV auf die Vidiwall gegeben! (Für die Nicht-Fernsehmenschen unter uns: ein Ü-Wagen gibt (oft) sein Bild auch ans Stadion ab, aber wenn Slomos im Fernsehen gezeigt werden, dürfen die nicht auf der Wall zu sehen sein, sondern eben nur im Fernsehen.)
Weiter geht´s. Jetzt bekomme ich Besuch. Die Grafik würde andauernd die DSL nach Paris verlieren, und das wäre ja überhaupt alles so langsam. Nun ja, und nun? Soll ich mal eben eine neue Glasfaser nach Paris legen? Das liegt nun leider überhaupt nicht in meinem Bereich, dazu einmal bitte an die Telekom wenden. Außderdem wird die Leitung sowieso nicht benutzt, von Anfang an nicht, weil sie eben zu langsam ist. Warum also jetzt die Hektik, und das auch noch in einer wichtigen Sendung?! Des Rätsels Lösung: es ging um ein komplett anderes Signal, das immer wieder verschwindet, was aber überhaupt nichts mit dem Ü-Wagen zu tun hat. Da hat unser Venue Manager was komplett mißverstanden. Vielleicht sollte man doch nicht zuviel Alkohol im Dienst zu sich nehmen, und dann auch noch immer rein und raus in den Ü-Wagen kommt auch nicht so gut. Macht nämlich alle etwas nervös, es stört.
Spielende, ein bißchen Hektik, ein bißchen Interview, Highlites ausspielen, währenddessen in der dritten Ebene die Zeremonie abmischen, denn die geht noch nicht über Programm raus, sondern erst später, alles zurück schalten, weil wir jetzt doch damit auf Programm sind, zwei Hände sind in dem Moment einfach zu wenig.
Ende. Aus. Geschafft. Abbau. Bis spätestens Mitternacht wollen wir alles eingepackt haben. Los gehts. Tja, und was soll ich sagen? Um 22:30 Uhr sind wir fertig. Und um 22:40 Uhr im Hotel. Andrew sitzt da, ißt seinen BeefBurger. Ja, Hunger hätte ich jetzt auch, sogar sehr. Und wir haben ja Bescheid gesagt, daß wir spät kommen. Nur: die Küche hat trotzdem vor 10min. geschlossen, das Personal ist weg. Und meine Laune sinkt schlagartig. Und die Reggae-Musik trägt auch ihren Teil dazu bei. Mir reichts. Feierabend. Bett. heia.de
Nächster Morgen - Koffer packen, frühstücken. Neeeein, bitte nicht schon wieder Reggae. Hallo, ich will nach Hause, kann es kaum erwarten in den Bus zu steigen, der uns nach Accra bringt. Da müßt ihr doch nicht meine Laune künstlich sinken lassen. Ein CD-Wechsel ist ja nett, aber ca. 30min. ein und derselbe Song von Justin Timberlake, das macht nicht gerade fröhlich. Gut, daß ich von Haus aus ein sonniges Gemüt habe, mich eigentlich nur mangelndes Essen aus der Bahn werfen kann. Und dass ich der Bedienung tatsächlich nicht gesagt habe, daß auch ich heute abreise, nun, das war kein Versehen. Und dass ich deswegen jetzt ganz böse angeguckt werde, nun, damit muß ich jetzt leben. Vielleicht verzeiht sie mir ja in geraumer Zeit.
Und ich überlege bis jetzt, was ich als Abschiedsgeschenk verteilen könnte, damit man mich in guter Erinnerung behält. Aber mir ist noch nichts eingefallen. Mal gucken, vielleicht morgen, übermorgen, nächste Woche,........ Kurz: in den letzten Tagen wurde es schon etwas dreist. Höhepunkt: auch mir fehlen 20 Cedi. Wer sich meine Kekse genommen hat, werde ich wohl nie erfahren. Und warum mein Koffer durchwühlt wurde, die Ladegeräte mit einem Mal im Kleiderschrank sind, ebenso die Sagrotan-Tücher, eigentlich so gut wie nichts mehr an seinem alten Platz ist, auch nicht.
Rückfahrt nach Accra. Sollte ich mal Hämmoriden gehabt haben, sind sie jetzt weg. Und bei James Bond würde es heißen „Geschüttelt, nicht gerührt“
Da das Catering bei den Kollegen in Accra schon geschlossen hatte, ist das „Team Kumasi“ an den Strand gefahren, um was zu essen. Und konnte ein komplett anderes Ghana sehen. Strandleben eben. Completely different.
Und wenn ich an das Universum zwei Wünsche richten darf: laß die Deutschen, die gerade zusteigen (Typ: Lehrer/Sozialpädagoge, und sein Sohn, der bestimmt später (Achtung - Paradoxon!) katholische Moraltheologie studieren wird), ihren Mund halten, und die anderen Passagiere mögen sich bitte ganz schnell auf ihre Buchstaben setzen. Ich will endlich zurück. Zu der genialsten Erfindung, wie ich finde: fließend Wasser aus dem Wasserhahn, trinkbar.
Und die Danksagungen: an ein tolles Team, für eine tolle Produktion und Zeit, und an Diana Krall, die mich oft genug in den Schlaf gebracht hat, und morgens unter die Dusche begleitet hat
All die Eindrücke, die Gedanken, die ich mitgenommen habe, würden mindestens nochmal zwei Seiten füllen, oder 45min. einer Kassette.
Also dann: Fade to black. Ende. Logo.
Und zurückblickend: die Fotos
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